Der fehlende Skill ist selten das Problem, der Wertekonflikt schon

Die Suche beginnt fast immer mit einer Liste. Auf der einen Seite steht, was im Team vorhanden ist, auf der anderen, was fehlt: Vertrieb, Technik, Buchhaltung, je nach Ausgangslage. Aus der Liste entsteht ein Profil, aus dem Profil eine Anzeige, und die Anzeige beschreibt einen Menschen, den es in dieser Kombination selten gibt.

Auffällig ist, was in Trennungsgesprächen zwei Jahre später genannt wird. Kaum jemand sagt, der andere habe zu wenig von seinem Fach verstanden. Genannt werden Arbeitszeit, Geld, Tempo, die Frage, wer am Ende entscheidet, und der Umgang mit dem ersten schlechten Quartal. Nichts davon stand in der ursprünglichen Liste.

Der folgende Weg beschreibt, woher Mitgründerinnen und Mitgründer tatsächlich kommen, welche vier Konflikte die Zusammenarbeit später belasten und wie sich eine Probephase von acht Wochen aufsetzen lässt, bevor Anteile verteilt werden. Fragen zu Gesellschaftsvertrag, Beteiligung und Steuern gehören in eine rechtliche und steuerliche Beratung; dieser Text ersetzt sie nicht.

Die Suche in acht Zeilen

  • Ausgangspunkt: nicht die Kompetenzlücke, sondern die Frage, wofür das Unternehmen in fünf Jahren stehen soll.
  • Beste Quelle: Menschen, mit denen bereits gearbeitet wurde, unter Termindruck und mit knappen Mitteln.
  • Häufigster Fehler: Einigkeit über die Idee mit Einigkeit über die Bedingungen verwechseln.
  • Vier Konfliktfelder: Tempo, Geld, Entscheidungsrecht, Verbindlichkeit.
  • Vorschlag: acht Wochen gemeinsame Arbeit an einer echten Aufgabe, bevor Anteile festgeschrieben werden.
  • Was in dieser Zeit schriftlich gehört: Ziel, Aufgabenteilung, Umgang mit den Ergebnissen, Abbruchregel.
  • Deutlichstes Warnsignal: zweimal verschobene Zusagen, ohne dass von sich aus Bescheid gegeben wurde.
  • Danach: Beteiligung mit Rückübertragung über mehrere Jahre statt Verteilung am ersten Tag.

Warum die Kompetenzlücke die falsche Frage ist

Die Lücke im Können ist real, aber sie ist die am leichtesten zu schließende. Für Buchhaltung gibt es Kanzleien, für Rechtsfragen Anwältinnen, für Gestaltung und Entwicklung einen breiten Markt an Dienstleistern. Nichts davon verlangt eine Beteiligung am Unternehmen.

Ein Mitgründer wird nicht für eine Aufgabe geholt, sondern für die Entscheidungen, die noch niemand kennt. Er trägt Haftung mit, er verzichtet auf Gehalt, er bleibt an Abenden, an denen niemand zusieht. Diese Bereitschaft hat wenig mit Fachkenntnis zu tun.

Deshalb steht am Anfang eine andere Frage: Welche Entscheidungen kommen in den nächsten drei Jahren, und wer soll dabei mit am Tisch sitzen? Wer statt einer Aufgabenbeschreibung eine Liste solcher Entscheidungen aufschreibt, sucht schon anders.

Mitgründer finden: die realistischen Quellen

Der Markt für Beteiligungen ist kein Arbeitsmarkt. Wer eine Stelle ausschreibt, erreicht Menschen, die eine Stelle suchen, und das sind selten diejenigen, die auf ein Gehalt verzichten wollen. Die tragfähigen Verbindungen entstehen fast immer dort, wo schon einmal gemeinsam gearbeitet wurde.

Vier Quellen tauchen in Gründungsgeschichten immer wieder auf: der frühere Kollegenkreis, das Studium samt der Netzwerke danach, das eigene Fachumfeld aus Konferenzen und Fachgruppen, und schließlich organisierte Matching-Formate. Die Reihenfolge ist keine Wertung, aber sie beschreibt die abnehmende Menge an gemeinsamer Vorerfahrung.

Was in allen vier Fällen hilft, ist Sichtbarkeit mit Substanz. Wer öffentlich an einem Thema arbeitet, Vorträge hält oder Zwischenstände zeigt, wird von Menschen angesprochen, die dasselbe Thema verfolgen. Das ist langsamer als eine Anzeige und liefert eine deutlich bessere Vorauswahl.

Der Kollegenkreis ist die häufigste und die unbequemste Quelle

Wer bereits mit jemandem ein Projekt unter Zeitdruck abgeschlossen hat, kennt die Antworten auf die Fragen, die im Bewerbungsgespräch nie ehrlich beantwortet werden: Wie reagiert diese Person, wenn ein Termin nicht zu halten ist? Übernimmt sie unangenehme Gespräche oder verschiebt sie diese?

Die Unbequemlichkeit liegt in der Ansprache. Ein Gespräch über eine gemeinsame Gründung mit einer Kollegin, die eine sichere Stelle hat, ist kein beiläufiger Kaffee. Es lohnt sich, dafür einen eigenen Termin zu setzen und ohne Umweg zu sagen, worum es geht.

Wettbewerbsverbote und Regelungen zu Nebentätigkeiten im bestehenden Arbeitsvertrag sind an dieser Stelle keine Formsache. Was zulässig ist, hängt vom Vertrag und von der Branche ab; die Prüfung gehört in eine arbeitsrechtliche Beratung, bevor gemeinsam etwas aufgebaut wird.

Hochschule, Fachumfeld und die Netzwerke danach

Hochschulen sind nicht nur wegen der Studierenden interessant. Transferstellen, Gründungslehrstühle und die Ausgründungsberatung kennen Menschen, die seit Jahren an einem Thema arbeiten und über den nächsten Schritt nachdenken. Diese Kontakte sind selten öffentlich sichtbar.

Im Fachumfeld funktionieren kleine Formate besser als große. Auf einer Fachtagung mit hundert Teilnehmenden entsteht eher ein Gespräch über konkrete Probleme als auf einer Messe mit Zehntausenden. Wer regelmäßig zu denselben Treffen geht, wird als jemand wahrgenommen, der bleibt, nicht als jemand, der sammelt. Wie sich solche Formate voneinander unterscheiden, ist im Text über regelmäßige Treffen für Gründer beschrieben.

Alumni-Strukturen von Programmen und Hochschulen sind der stillste Kanal überhaupt. Sie leben davon, dass jemand konkret fragt, statt allgemein zu netzwerken. Eine Anfrage mit Thema, Stand und der genauen Rolle, die gesucht wird, bekommt Antworten; eine Anfrage nach Kontakten bekommt keine.

Matching-Formate und was sie leisten

Es gibt Veranstaltungen und Plattformen, die ausdrücklich der Zusammenführung von Gründungsteams dienen: moderierte Abende, mehrtägige Formate mit gemeinsamer Arbeit an einer Aufgabe, Vermittlungsdienste von Hochschulen und Wirtschaftsförderungen. Sie ersetzen keine gemeinsame Vorgeschichte, aber sie erzeugen in kurzer Zeit eine Menge Beobachtungen.

Der Nutzen hängt am Format. Wo über zwei Tage tatsächlich an einer Aufgabe gearbeitet wird, sieht man Arbeitsweise, Umgang mit Widerspruch und Belastbarkeit. Wo nur Ideen vorgestellt werden, sieht man Präsentationsfähigkeit, und die sagt über die spätere Zusammenarbeit wenig aus.

Ein Ergebnis solcher Formate sollte nie eine sofortige Gründung sein. Es sollte eine Verabredung für die nächsten Wochen sein, mit einer Aufgabe, die auch scheitern darf.

Wo die Suche regelmäßig schiefgeht

Der erste Fehler ist die Verwechslung von Begeisterung mit Übereinstimmung. Zwei Menschen finden dieselbe Idee gut und schließen daraus, dass sie dasselbe wollen. Die Idee ist aber der Teil, der sich am schnellsten ändert.

Der zweite Fehler ist die Suche nach Ergänzung um jeden Preis. Vollständige Gegensätze in Arbeitsrhythmus, Risikobereitschaft und Kommunikationsstil erzeugen im Alltag Reibung, die nichts mit der Sache zu tun hat. Ergänzung ist bei Fachgebieten nützlich, bei Grundhaltungen selten.

Der dritte Fehler ist Eile. Wer in einer Förderfrist oder einem Bewerbungstermin steckt, entscheidet unter Druck über eine Verbindung, die Jahre halten soll. Eine verpasste Frist kostet Monate, ein falsches Gründungsteam kostet das Unternehmen.

Die vier Konflikte, die später auftauchen

Zwei Menschen reichen sich über einen Schreibtisch mit Unterlagen und Stiften die Hand
Piero Cruciatti / CC BY 4.0

In Rückblicken auf gescheiterte Gründungsteams wiederholen sich vier Felder. Sie sind vor dem Start ansprechbar und werden es fast nie, weil die Gespräche unangenehm sind und der Anlass fehlt.

Konfliktfeld Woran es sich zeigt Wann es auftaucht Frage vor dem Start
Tempo eine Seite will liefern, die andere will fertig entwickeln vor der ersten Veröffentlichung Was ist gut genug, um es Kunden zu zeigen?
Geld unterschiedliche Vorstellungen von Gehalt, Entnahme und Verzicht sobald die ersten Einnahmen kommen Ab welchem Punkt zahlt sich wer wie viel aus?
Entscheidungsrecht jede Frage wird zur Grundsatzfrage, weil keine Zuständigkeit gilt ab der vierten bis fünften Person im Team Wer entscheidet allein, und worüber nie?
Verbindlichkeit Zusagen werden verschoben, Aufgaben wandern zurück schon in den ersten Wochen Wie viele Stunden pro Woche sind tatsächlich verfügbar?

Die letzte Spalte ist der eigentliche Wert der Tabelle. Jede dieser Fragen lässt sich in einem Abendgespräch klären, und jede von ihnen kostet später eine Auseinandersetzung, wenn sie ausgelassen wurde.

Das Gespräch über Geld kommt fast immer zu spät

Zwei Personen mit identischer Rolle können völlig unterschiedliche finanzielle Lagen haben. Wer Rücklagen für achtzehn Monate hat, verzichtet leichter auf Gehalt als jemand mit laufender Kreditrate und Unterhaltsverpflichtungen. Beides ist legitim, und beides führt zu unterschiedlichen Entscheidungen unter Druck.

Das Gespräch braucht keine Kontoauszüge. Es braucht drei Angaben: wie lange jemand ohne Einkommen aus dem Unternehmen auskommt, ab welchem Punkt ein Gehalt fließen muss, und was passiert, wenn dieser Punkt nicht erreicht wird.

Wer diese Angaben früh austauscht, kann die Planung darauf einstellen, etwa mit einer gestaffelten Gehaltsregelung oder einer zeitlich befristeten Teilzeitlösung. Wer sie nicht austauscht, erlebt den Ausstieg genau in dem Monat, in dem er am teuersten ist.

Anspruch an Arbeitszeit und Verfügbarkeit

Die Formel von der vollen Hingabe hilft nicht weiter, weil sie für jeden etwas anderes bedeutet. Belastbarer ist eine Aussage über Zeitfenster: an welchen Tagen jemand erreichbar ist, welche festen Verpflichtungen es gibt, und wie kurzfristig sich das ändern lässt.

Besonders klärungsbedürftig ist die Übergangszeit. Viele Gründungen starten neben einer Anstellung, und der Absprung erfolgt zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wer zuerst kündigt, trägt monatelang mehr Risiko als die andere Seite, ohne dass das in der Beteiligung abgebildet wäre. Die Schwierigkeiten dieses Übergangs beschreibt der Text über den Absprung vom Nebenprojekt.

Eine schriftliche Absprache über den geplanten Zeitpunkt des Vollzeiteinstiegs ist deshalb kein Misstrauen, sondern Planungsgrundlage. Sie gehört in dieselbe Notiz wie die Aufgabenteilung.

Wer entscheidet, wenn zwei sich nicht einigen

Ein Team aus zwei gleichberechtigten Personen hat keine Mehrheit. Solange Einigkeit herrscht, fällt das nicht auf; beim ersten echten Dissens steht der Betrieb. Deshalb gehört die Frage nach der Entscheidungsregel an den Anfang, nicht in den Konflikt.

Praktisch gibt es mehrere Wege: eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten mit Alleinentscheidung im eigenen Bereich, eine ungleiche Stimmverteilung, ein Beirat als dritte Instanz oder eine Regel, die den Streitfall in ein festgelegtes Verfahren überführt. Welcher Weg gesellschaftsrechtlich wie umgesetzt wird, gehört in die Gestaltung des Gesellschaftsvertrags und damit in eine anwaltliche Beratung.

Wichtiger als die konkrete Lösung ist, dass überhaupt eine existiert und dass beide Seiten sie vor der Unterschrift benennen können.

Die Probephase von acht Wochen

Aufgeschlagener Wandkalender mit markierten Wochen und einem Filzstift an der Seite

Acht Wochen sind lang genug, damit die anfängliche Begeisterung nachlässt, und kurz genug, dass sich niemand gebunden fühlt. In dieser Zeit wird an einer echten Aufgabe gearbeitet, nicht an einem Konzept: ein Angebot, das Kunden vorgelegt wird, ein funktionierender Zwischenstand, eine Messung mit belastbarem Ergebnis.

Vor dem Start gehören vier Punkte in eine schriftliche Notiz: das Ziel der acht Wochen, die Aufteilung der Aufgaben, der Umgang mit den entstandenen Ergebnissen und Rechten im Fall eines Abbruchs, und die Regel, wie beendet wird. Diese Notiz ersetzt keinen Vertrag, verhindert aber den Streit über das, was in der Zeit entstanden ist.

Anteile werden in dieser Phase nicht verteilt. Wer bereits gegründet hat, arbeitet mit einer klar befristeten Zusammenarbeit; wer noch nicht gegründet hat, verschiebt die Gründung um genau diese acht Wochen.

Was in den acht Wochen beobachtet wird

Es geht nicht um Sympathie, sondern um wiederholbare Beobachtungen. Sechs Punkte reichen aus:

  1. Zusagen und Termine. Wird gehalten, was vereinbart wurde, und wird von sich aus gemeldet, wenn etwas nicht zu halten ist?
  2. Umgang mit Widerspruch. Was passiert im ersten fachlichen Streit, und wer lenkt aus welchem Grund ein?
  3. Kundenkontakt. Führen beide Seiten ein Gespräch mit jemandem, der zahlen soll, oder bleibt einer im Hintergrund?
  4. Detailtiefe. Wird eine Aufgabe zu Ende gebracht oder beim ersten Hindernis gegen eine neue getauscht?
  5. Umgang mit schlechten Nachrichten. Wie wird eine Absage oder ein Fehlschlag berichtet, und wie schnell?
  6. Verfügbarkeit unter Belastung. Was passiert in der Woche, in der beruflich oder privat etwas dazwischenkommt?

Hilfreich ist eine kurze wöchentliche Notiz mit drei Zeilen: was vereinbart war, was passiert ist, was auffiel. Nach acht Wochen liegt damit eine Grundlage vor, die nicht vom letzten Eindruck abhängt.

Die Entscheidung am Ende der Probephase

Am Ende stehen drei mögliche Ergebnisse, und alle drei sind brauchbar. Gemeinsame Gründung, Fortsetzung in anderer Form, oder Ende der Zusammenarbeit. Die zweite Möglichkeit wird unterschätzt: aus vielen Probephasen entsteht eine gute Zusammenarbeit als Dienstleister, Beirat oder erster Angestellter, ohne Beteiligung.

Ein Abbruch nach acht Wochen ist kein Scheitern, sondern das Ergebnis, für das die Zeit vorgesehen war. Er kostet zwei Monate und erspart im schlechten Fall eine Auseinandersetzung um Anteile, die Jahre bindet.

Wer sich für die gemeinsame Gründung entscheidet, sollte das Ergebnis der acht Wochen schriftlich festhalten, samt der Punkte, die offen geblieben sind. Diese Liste ist die Tagesordnung für die ersten Monate.

Beteiligung, Vesting und der Punkt für eine Beratung

Die Verteilung der Anteile am ersten Tag ist die Entscheidung mit der längsten Wirkung. Üblich ist eine Regelung, bei der Anteile erst über mehrere Jahre endgültig erworben werden und bei frühem Ausscheiden ganz oder teilweise zurückfallen. Ohne eine solche Regelung behält eine Person, die nach vier Monaten geht, ihren vollen Anteil.

Gleichrangig wichtig sind die Fragen, was mit Rechten an Software, Marken und Ergebnissen geschieht, wie über Nachschüsse entschieden wird und was bei Krankheit oder Ausstieg gilt. Wie diese Verteilung im Zeitverlauf aussieht, beschreibt der Text zum Cap Table und der frühen Anteilsplanung.

Spätestens hier endet, was sich ohne Fachleute regeln lässt. Gesellschaftsvertrag, Beteiligungsstruktur und die steuerliche Behandlung von Anteilen gehören in eine anwaltliche und steuerliche Beratung, und zwar vor der Unterschrift.

Häufige Fragen

Braucht ein Unternehmen überhaupt einen Mitgründer?

Nein. Es gibt tragfähige Unternehmen mit einer einzigen gründenden Person, und die Alternative zu einem schlechten Team ist nicht ein besseres Team, sondern der Verzicht. Was dabei allein getragen werden muss, beschreibt der Text zur Gründung ohne zweite Person.

Wie viele Personen sind sinnvoll?

Zwei oder drei. Ab vier gleichberechtigten Beteiligten wird jede Entscheidung zur Abstimmung, und die Anteile werden so klein, dass eine spätere Finanzierungsrunde für alle unangenehm wird.

Soll man mit Freunden gründen?

Möglich, aber nur mit denselben schriftlichen Regeln wie bei Fremden. Der Vorteil liegt im Vertrauen, das Risiko in der Vermeidung unangenehmer Gespräche. Wer beim Thema Geld ausweicht, weil es die Freundschaft belasten könnte, hat den Konflikt bereits verschoben.

Wie werden Anteile gerecht verteilt?

Gerecht ist keine Rechengröße. Üblich sind Kriterien wie eingebrachte Zeit, eingebrachtes Kapital, übernommenes Risiko und die Rolle nach der Gründung. Wichtiger als der genaue Schlüssel ist eine Rückübertragungsregel für den Fall des frühen Ausstiegs.

Was tun, wenn die Probephase unklar endet?

Unklar heißt nein. Wer nach acht Wochen gemeinsamer Arbeit keine Entscheidung treffen kann, hat sie im Zweifel bereits getroffen. Eine Verlängerung um weitere vier Wochen mit einer klar formulierten offenen Frage ist die einzige sinnvolle Ausnahme.

Wie spricht man jemanden an, den man kaum kennt?

Mit einer konkreten Aufgabe statt mit einer Einladung zur Gründung. Eine gemeinsame kleine Arbeit über zwei Wochen liefert mehr Erkenntnis als drei Abendessen und verpflichtet niemanden.

Die Suche nach einer zweiten Person ist keine Personalfrage, sondern eine Verabredung über die nächsten Jahre. Wer sie so behandelt, verliert am Anfang Wochen und gewinnt später die Auseinandersetzungen, die sonst gar nicht erst geführt worden wären.

marie-lindhoff


Marie Lindhoff schreibt seit Jahren über Gründungen abseits der bekannten Erfolgsgeschichten. Sie interessiert sich für die Jahre zwischen Idee und Tragfähigkeit, in denen wenig fotogen passiert. Ihre Texte fragen nach Zahlen, nicht nach Vision.